Artikel aus den Harbuger Nachrichten vom 8. November 2011
Juristin mit geschickten Händen
Alix-Maximiliane von Arnim-Karstens ist von Haus aus Juristin, doch bereits früher, als sie noch als Justiziarin in einer Hamburger Werft arbeitete, entspannte sie sich mit der Fertigung von Kunsthandwerk: "Mit meinen Pinnwänden hat alles angefangen", erzählt sie. "Ich habe schon immer gern mit Stoff und schönen Dingen gearbeitet."
Ursprünglich stammt die 39-Jährige aus Bonn. Vor 14 Jahren zog sie nach Bremen, nahm dann vor etwa fünf Jahren ihre Arbeit in Hamburg auf und zog vor vier Jahren mit ihrem Mann Jörg Karstens ins eigene Haus nach Tötensen. "Abends habe ich gern - oft auch beim Fernsehen - Pinnwände gepolstert und mit schönen Stoffen bezogen", erzählt sie. "Als dann wirklich alle meine Freunde und Bekannten beschenkt waren, habe ich zum ersten Mal beim Kunsthandwerkermarkt im Hotel Lindtner ausgestellt und dazu ein paar Geschenkartikel verkauft."
Das war vor fünf Jahren, zu den Zeiten, als sie noch zwischen Bremen und Hamburg pendelte. Inzwischen hat Alix von Arnim-Karstens die zweieinhalbjährigen Zwillinge Konstantin und Bernadette, deshalb sind die Pinnwände auf Eis gelegt: "Mit den Kindern geht das nicht, wenn hier die Kleinteile und Nägel herumliegen", sagt sie. Doch allein auf die Kindererziehung wollte sich die beruflich gestandene Frau auch nicht beschränken, und so meldete sie sich gemeinsam mit einer Nachbarin im vergangenen Jahr erneut zum Lindtner-Markt an, um dort selbst gestaltete Kränze, Kerzengestecke und allerlei Weihnachts-Dekorationsartikel zu verkaufen. "Das hat mir sehr großen Spaß gemacht", sagt sie.
Im Laufe des sich nun dem Ende zuneigenden Jahres fand sie immer mehr Zeit, sich kunsthandwerklich zu betätigen, sodass sie bereits im Sommer begonnen hat, Weihnachtsgestecke und beleuchtete Birkenkränze für die Weihnachtszeit zu gestalten, außerdem Kerzen- und Adventsgestecke, die sich ein wenig von der Tradition abheben. Dazu hat sie mundgeblasene und hangbemalte Glasvögel und Weihnachtskugeln eingekauft, außerdem bemalte Holzfiguren und andere schöne Dinge - denn in diesem Jahr stellt sie nicht nur bei Lindtner aus, sondern bei insgesamt fünf Weihnachtsmärkten. "Ein einziges Wochenende in der Adventszeit habe ich frei, dann fahre ich mit meinem Mann nach Amsterdam - zum ersten Mal, seit wir Kinder haben", verrät sie.
Ansonsten wird sie außer in Heimfeld auch in Reinbek, im Michel und zweimal in Pronsdorf in Schleswig-Holstein auf den Märkten stehen. "Das Tollste auf den Märkten ist der Kontakt mit den Menschen - nicht nur mit den Kunden, sondern auch mit den anderen Ausstellern", sagt sie. "Da kommt man mit Alt und Jung nett ins Gespräch, lernt man Biografien kennen, von denen man sonst keine Ahnung hätte, und fast alle sind sehr offen. Das macht mir sehr viel Spaß."
Ganz besonders genießt sie auch die weihnachtliche Atmosphäre: "Ich bin ein Weihnachtsfan", sagt sie. "Das ist in jedem Jahr wieder neu und besonders." So ist aus ihrem Hobby, Pinnwände zu gestalten, nun das Hobby geworden, auf Märkten auszustellen.
Mittlerweile verfügt die junge Mutter, die ansonsten im Haus und mit ihren beiden liebevoll gepflegten Rosenbeeten gut ausgelastet ist, auch bereits über ein ganzjähriges Sortiment. So lässt sie zum Beispiel Kissen und Decken im flämischen Landhausstil nähen, wenn sie attraktive Stoffe findet, und hält auch ansonsten schöne Deko bereit, teils selbst gemacht, teils zugekauft - demnächst sogar in ihrem kleinen Ladengeschäft im eigenen Haus.
Und während alle anderen jetzt nur noch an Weihnachten denken, gönnt sie bereits dem Osterfest die ersten Gedanken: "Nach Weihnachten gucke ich, was im nächsten Jahr kommt", sagt sie. "So fange ich dann bald mit den Osterkränzen an."
Heike Vosberg
Mein Landhaus